DIE MISPEL Sorten
Herkunft der Mispel
Mispel.
DIE UNBEKANNTE FRUCHT.
Viele dachten bisher, im Mispelchen schwimmt die alte deutsche Gartenmispel.
Die echte deutsche Mispel Mespilus germanica war übrigens noch nie die Frucht im Mispelchen. Im Calvados schwamm früher, in den Absackern der Frankfurter Apfelweinwirtschaften, meist einfach ein kleiner Apfel. Die deutsche Mispel kannte man eher aus der Apfelweinherstellung, wo sie gelegentlich als Gärhilfe verwendet wurde.
Erst später wurde der kleine Apfel durch eine Namensverwandte, die Japanische WollMISPEL ersetzt — genauer gesagt durch sonnenverwöhnte spanische Nísperos aus den Bergen der Provinz Alicante.
Denn die echte deutsche Mispel eignet sich für ein Mispelchen kaum: Sie wird erst nach Frost weich, ist eher mehlig und dunkel. Die spanischen Wollmispeln dagegen bleiben saftig, aromatisch und bringen genau die feine Süße und frische Säure mit, die perfekt zu feinem Calvados passt.
Geschmack der Mispel
EUROPÄISCHE MISPEL ist aber nicht der Vorgänger von der JAPANISCHE WOLLMISPEL, oder?
Nein — genau das ist der entscheidende Punkt. 🙂
Die Mespilus germanica ist nicht der Vorgänger der Eriobotrya japonica.
Es sind zwei unterschiedliche Pflanzenarten innerhalb derselben großen Pflanzenfamilie der Rosengewächse — also eher entfernte Verwandte wie Apfel und Birne.
Sie heißen nur beide „Mispel“, weil:
- ihre Früchte sich früher etwas ähnlich wirkten
- Botaniker historische Namen übernommen haben
Die Japanische Wollmispel entstand also nicht aus der europäischen Mispel und hat sie auch nicht „abgelöst“.
Es gilt also:
Die europäische Mispel gab dem Getränk und der Frankfurter Tradition den Namen.
Die Japanische Wollmispel brachte später die bessere Frucht fürs Calvadosglas.


